Das „KonfiCamp“ ist eine Form des Konfirmandenunterrichts, die in unserem Kirchenkreis seit fünf Jahren mit großem Zuspruch von einigen Kirchengemeinden angenommen worden ist. 7 Tage miteinander Singen, Essen, Tanzen, Trinken, Lesen, Beten, Sprechen und vieles mehr. Und viele haben angefangen ganz anders und neu über den Konfirmandenunterricht nachzudenken.

Wo das Konficamp in das Unterrichtsmodell der Kirchengemeinde übernommen wird, verkürzt sich die Konfirmandenzeit auf ein Jahr. Sie beginnt dann in der Regel mit dem Camp, und dann schließt sich noch ein halbes Jahr die Gemeindephase an bis zur Konfirmation im Frühjahr.

Die Konfirmanden haben vor- und nachmittags jeweils in ihrer Gruppe ein eigenes Programm, welches ja auch ihr Konfirmandenunterricht ist. Daneben gibt es auch noch Angebote des Camps, die alle nutzen können. So stellt zum Beispiel Heike Kammer, eine Referentin der Peace Brigades unter anderem das Engagement ihrer Organisation für den Frieden in der Welt vor und erarbeitet mit den Konfirmanden das Thema Menschenrechte.

Oder die Zusammenarbeit mit dem Kunstschmied Charly Munnecke: Jede und Jeder durfte seine Initialen in eine kleine Metallplatte stanzen, woraus ein 2 Meter hohes Kreuz entstand, das nun als Erinnerung an dieses KonfiCamp im Garten des Hauses steht. Mit Morlin, einer Helferin, studieren tanzbegeisterte Konfis eine Tanzperformance ein.

Im Mittelpunkt steht die Gemeinschaft der Konfis, viele kreative Elemente beleben den Unterricht und vermitteln in besonders eindrücklicher Weise, was Kirche sein kann.

„Man kann hier einfach zwischen den Zelten durchgehen und irgendein Lied anstimmen, man findet sofort einige, die mit einem zusammen singen.“, sagt ein Helfer. Oder abends, wenn sie ihre Rundgänge machen, ob alle Zelte gut gesichert sind, bemerken sie, in wie vielen Zelten gebetet wird.

Das, was manchmal wie eine mühsame Aufgabe aussieht, vermittelt sich hier fast wie von selbst, einfach weil es in der Atmosphäre des Camps steckt und weil die Jugendlichen es selber für sich entdecken und ausprobieren können. Die Helfer sind auch größtenteils ehemalige Teilnehmer, und wollen einfach wieder dabei sein. Über Facebook oder andere Foren verabreden sie sich zu Nachtreffen und bereiten bestimmte Programmpunkte für das Camp vor. „Wenn wir sehen, wie intensiv die Jugendlichen hier bei der Sache sind und wie wichtig im Nachhinein diese gemeinsamen Erlebnisse sind, sollten wir das unbedingt mehr in unsere Konzepte einbeziehen und mehr umsetzen.“, sagte der Bischof Gothart Magaard anlässlich eines Besuches in diesem Camp. „Auch wenn es erstmal wie viel mehr Arbeit aussieht“, sagt eine Pastorin, „so hat man doch auf einmal viel mehr Zeit, man kann den wichtigen Themen unseres Glaubens mit viel mehr Ruhe begegnen und hat auch mal Zeit miteinander ins Gespräch zu kommen.“ Die Konfirmanden schließen neue Freundschaften, haben die Gelegenheit in diesen sieben Tagen ihren Glauben zu leben und in der Gemeinschaft mit Gleichaltrigen auszuprobieren und auch mit älteren und auch ihren Pastoren zu teilen.

Und sie gehen mit vielen neuen Eindrücken und haben viel zu erzählen. Zum Beispiel von der Lichternacht an der Ostsee oder den stimmungsvollen Abendandachten.