Merkwürdige Zeiten

© Foto: E.-M. Schmidt-Hanssen
Veröffentlicht am Di., 23. Jun. 2020 11:24 Uhr
Aktuelles

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser,

merkwürdige Zeiten durchleben wir gerade. Eine unsichtbare Gefahr in Form eines winzigen Virus bedroht unsere Gesundheit und hat große Teile des gesellschaftlichen Lebens auf der ganzen Erde lahmgelegt und verändert.

Wie groß die Gefahr tatsächlich für den einzelnen und für die Menschheit insgesamt ist, wird sehr unterschiedlich gesehen. Entsprechend unterscheiden sich die Maßnahmen, die zur Eindämmung des Infektionsrisikos ergriffen wurden und werden von Land zu Land, von Region zu Region, ja von Ort zu Ort. Ebenso ist es mit den sogenannten Lockerungen.

Mittlerweile sind die einzuhaltenden Regeln recht unübersichtlich geworden. Und die Menschen gehen sehr unterschiedlich damit um. Manche protestieren laut gegen die Einschränkungen der Grundrechte, manche sind unsicher, andere ängstlich und scheinbar übervorsichtig, wieder andere sorglos bis unbedacht.

Für uns als Kirche war und ist das Handeln in dieser Zeit eine besondere Herausforderung. Einerseits ist es unsere ureigene Aufgabe, für die Menschen da zu sein und sie der frohen Botschaft unseres christlichen Glaubens zu vergewissern. Andererseits waren wir über Wochen durch das Versammlungsverbot, das auch Gottesdienste mit einschloss, eines wesentlichen Instruments der Verkündigung und der Ausübung unseres Glaubens beraubt.

Doch die Kirche war und ist trotzdem da. Gott war und ist da und wird es ewig bleiben!

Es gab viele kreative Ideen, mit denen wir in der Zeit ohne Gottesdienste, ohne Konfirmandenunterricht, ohne Chorproben und ohne die vielfältigen Treffen und Gemeindekreise unseren christlichen Auftrag weiter wahrgenommen haben. Natürlich wurden dazu auch die modernen Medien eifrig genutzt, durch die man heutzutage viele Menschen erreichen kann.

Es gab aber auch andere wunderbare Aktionen von Mensch zu Mensch. So haben die Konfirmandinnen und Konfirmanden von St. Marien einen aufmunternden Brief an die Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeheime in unserem Gemeindebezirk geschrieben. Die Kinder der Kinderkirche haben Ostersteine bemalt und Osterlichter gestaltet. Ich selbst habe viel mit Menschen telefoniert und war jeden Sonntag und jeden Mittwochabend zum Gebet in unserer Kirche. Sonntags hingen vor der Kirche an einer Leine Andachten zum Mitnehmen.

Nicht zuletzt war, ist und bleibt das Kirchengebäude von St. Marien ein weithin sichtbares und durch die Glocken auch hörbare Symbol unseres Glaubens und der Gegenwart Gottes in der Welt.

 Ich bin sehr, sehr froh, dass wir mittlerweile wieder Gottesdienst feiern dürfen. Wir haben uns gut darauf vorbereitet und halten alle gebotenen Regeln dabei ein. In diesem Gemeindebrief finden Sie alle Gottesdiensttermine dieses Sommers. Ansonsten werden Sie vermutlich viele andere Veranstaltungen, die wir sonst regelmäßig durchgeführt haben vermissen: kein Ausflug, kein Orgelsommer, kein Waldgottesdienst, keine Konzerte...

Lesen Sie dafür in unserem Rückblick, wie unser Gemeindeleben trotz und in dieser Krise lebendig war.

 

Ich wünsche Ihnen alle, bleiben Sie gesund und behalten Sie Gottvertrauen!

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Pastorin Sylvia Fuchs

Bildnachweise: